Augenlasern – die möglichen Nebenwirkungen

By | 8. Juli 2016
Augenlasern Nebenwirkungen

Augenlaseroperationen haben in den letzten Jahren stark an Beliebtheit zugenommen. 139.000 Eingriffe mit der mittlerweile gängigen LASIK-Methode wurden in Deutschland im Jahr 2014 durchgeführt. Das liegt sicher auch daran, dass dieses Verfahren im Gegensatz zu älteren Methoden ohne Schmerzen und besonders schnell abläuft. Mittlerweile kann sogar Personen mit einer Kurzsichtigkeit von 10 Dioptrien durch eine Laserbehandlung geholfen werden.

In vielen Fällen erhöht diese tatsächlich spürbar die Lebensqualität. Wer Zeit seines Lebens nach dem Aufstehen erst einmal Brille oder Kontaktlinsen suchen musste, um den Weg ins Bad zu finden, fühlt sich oft wie neugeboren, ist er auf einmal unabhängig von diesen Hilfsmitteln.

Außer Acht lassen sollten Sie aber nicht, dass das Augenlasern wie andere Eingriffe mit Risiken verbunden ist. So fehlen bisher noch Langzeitstudien zum Thema. Ob ein LASIK-Eingriff im frühen Erwachsenenalter wirklich dauerhaft für eine deutliche Verbesserung der Sehkraft sorgt, ist deshalb noch fraglich. Außerdem kann eine ganze Reihe an Nebenwirkungen auftreten.

Welche Nebenwirkungen können beim Augenlasern auftreten?

Mögliche Nebenwirkungen beim Augenlasern gibt es viele. Manche treten nur für eine bestimmte Zeit nach der Operation auf, andere bleiben auf Dauer bestehen. Viel hängt dabei vom Geschick des Arztes ab, der die Operation durchführt. Nachfolgend werden nun die wichtigsten Komplikationen genauer aufgeführt:

1. Trockene Augen und Fremdkörpergefühle

Personen, die eine LASIK-Operation hinter sich haben, werden in der Folge teilweise von trockenen Augen geplagt. Manchmal bleiben diese Beschwerden für den Rest des Lebens bestehen. Sie gehen darauf zurück, dass bei der Operation der Reflexbogen in Mitleidenschaft gezogen wird, der maßgeblich für die Regulierung von Tränenflüssigkeit verantwortlich ist.

2. Blendungseffekte

Eine schwerwiegende Folge einer LASIK-Operation können auch Blendungseffekte darstellen. Betroffene Personen müssen dann unter Umständen in der Nacht auf das Autofahren verzichten.

3. Aufweichung der Hornhaut – die Keratektasie

Die sogenannte Keratektasie gehört zu den schwerwiegendsten Folgen, die das Lasern der Augen haben kann. In diesem Fall liegt eine Hornhautverdünnung vor, die dazu führt, dass sich die Hornhaut durch den Augendruck nach außen stülpt. Manchmal besteht eine solche Hornhautverdünnung in Ansätzen schon vor einer Operation. Dann sollte keinesfalls zum LASIK-Verfahren gegriffen werden. Die Folgen einer Keratektasie sind dramatisch, denn die Betroffenen erleben eine ständige Veränderung der Sehschärfe. Helfen können in diesem Fall oft nur eine Hornhauttransplantation.

4. Über- oder Unterkorrektur

Beide Fälle können einen Folgeeingriff erforderlich machen. Oft besteht eine Überkorrektur allerdings nur für eine begrenzte Zeit nach der Operation. Danach normalisiert sich das Sehvermögen.

5. Verschlechterung der Sehkraft

Nachdem bisher noch keine Langzeitstudien zum Augenlasern vorliegen, lassen sich auch kaum Aussagen treffen, in wie vielen Fällen es irgendwann erneut zu einer starken Verschlechterung der Sehkraft kommt. Manchmal läuft dieser Prozess schon direkt im Anschluss an den Eingriff ab. Auch dann kann eine erneute Behandlung notwendig werden.

6. Hornhautvernarbung

Eine Vernarbung der Hornhaut hat oft ebenfalls eine Beeinträchtigung des Sehvermögens zur Folge.

7. Beeinträchtigungen des beidäugigen Sehens

Diese Nebenwirkung betrifft den Fall, wenn nur ein Auge per Laser behandelt wird. In diesem Fall sind Schwindel oder auch Doppelbilder mögliche Folgen. Meist lassen sich solche Beschwerden allerdings durch eine Laserbehandlung des anderen Auges beheben.

8. Kontrastverlust

Eine sehr häufige Nebenwirkung von Augenlaseroperationen ist ein Kontrastverlust. Die Betroffenen haben dann das Gefühl, die Welt wie auf einem alten Foto zu sehen. Für diese Erscheinung sind oft ebenfalls Vernarbungen die Ursache, die die Kontrastschärfe negativ beeinflussen. Auch eine Krümmung der Hornhaut im Rahmen des Heilungsprozesses gilt als mögliche Ursache für einen Kontrastverlust. Besonders kritisch ist diese Folgeerscheinung, wenn man bedenkt, dass im Alter ohnehin ein Kontrastverlust auftritt, der die Symptomatik weiter verschärft.

9. Infektionen

Wie bei anderen Eingriffen, kann es beim Augenlasern zu Infektionen kommen. Außerdem wird ein Herpesvirus möglicherweise durch die Operation aktiviert.

Fazit
Die Meinungen von Medizinern zu Risiken, die mit dem Augenlasern verbunden sind, gehen auseinander. Generell wird davon ausgegangen, dass diese steigen, je mehr Dioptrien vorliegen. Allerdings lassen sie sich durch eine umfassende Untersuchung im Vorfeld oft reduzieren. Gehen Sie also bei der Auswahl des Arztes möglichst sorgfältig vor, vor allem, wenn Ihre Sehschwäche stark ausgeprägt ist.

Ob Sie die genannten Risiken eingehen wollen, hängt letzten Endes von Ihnen selbst ab. Wer unter der Notwendigkeit von Brille oder Kontaktlinsen leidet, kann durch das Augenlasern von einem erheblichen Zuwachs an Lebensqualität profitieren – ob dies ein Lebenslang der Fall ist, lässt sich derzeit noch nicht sagen.

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