Schwerhörigkeit: Keine Randgruppenerscheinung

By | 28. Mai 2013

Jeder sechste Deutsche leidet unter einer Hörschwäche. Das sind etwa 14 Millionen Menschen, die ihre Umwelt nur eingeschränkt wahrnehmen und hart dafür arbeiten müssen, ihre Mitmenschen zu verstehen.  Schwerhörigkeit ist keineswegs nur ein Problem des Alters, sondern kann sich schon früh bemerkbar machen und dann nach und nach verschlimmern. Zum Arzt gehen meist die älteren Betroffenen, während die jüngeren von ihrer Beeinträchtigung entweder nichts ahnen oder es lieber unbehandelt lassen.

Erste Warnsignale der Schwerhörigkeit

Wir nutzen unser Gehör ständig – das Gehör schläft nie – ohne weiter darüber nachzudenken. Da kann sich eine Schwerhörigkeit unbemerkt einschleichen. Wichtig ist also, dass Sie aufmerksam werden, sobald es erste Anzeichen gibt: Vielleicht fällt Ihnen die Kommunikation in größeren Gruppen schwerer oder möglicherweise müssen Sie ständig Fernsehen und Musik aufdrehen, um alles zu verstehen, ohne sich zu sehr anzustrengen zu müssen.

Was kann ich bei Warnsignalen machen?

Sollten Ihnen erste Anzeichen von Hörverlust auffallen, können Sie sich beim Deutschen Schwerhörigenbund e.V. und der Deutschen Hörbehinderten Selbsthilfe e.V näher informieren. Unverzichtbar ist ein Arztbesuch. Der verschafft Klarheit, denn schwerhörig ist nicht gleich schwerhörig. Etwa die Hälfte der 14 Millionen Schwerhörigen in Deutschland ist leichtgradig und nur ein verhältnismäßig kleiner Anteil (9% der Betroffenen) hochgradig schwerhörig. Noch dazu gibt es verschiedene Arten der Schwerhörigkeit:

  1. Schallleitungsschwerhörigkeit: Im Außen- und Mittelohr werden die Schallschwingungen nicht richtig über Trommelfell und Gehörknöchelchen ins Innenohr übertragen.
  2. Schallempfindungsschwerhörigkeit: In der Gehörschnecke im Innenohr wandeln die Härchen nicht alle Schwingungen in elektrische Nervenimpulse um, sondern leiten bestimmte Frequenzen nicht ans Gehirn weiter.
  3. Ein kombinierter Hörverlust.

Nach dem Befund können Sie über ein mögliches Hörgerät sprechen, das Sie im Alltag unterstützt. Hier erfahren Sie mehr zum Thema Hörgerät. Die kleinen Computer, die heutzutage im Handel erhältlich sind, sind unauffällig und leicht und verstärken für Sie die Geräusche, damit Sie wieder hören können ohne sich den Kopf zu zerbrechen.

Text: Katharina Weber

Bild: panthermedia.net / totalpics