Private Krankenversicherung: Warum zahlen Frauen höhere Beiträge?

By | 28. November 2011

Die private Krankenversicherung bietet ihren Versicherten viele Vorteile. Je nach Tarif gibt es gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung zahlreiche Sonderleistungen. So zum Beispiel die Erstattung von Zahnersatz, Sehhilfen und Behandlungen beim Heilpraktiker. Da die Beiträge sich jedoch nicht nach dem Einkommen richten, kommt es zu erheblichen Unterschieden bei der Beitragsstruktur. Besonders Frauen müssen höhere Kosten in Kauf nehmen, denn auch das Geschlecht spielt in die Beitragsberechnung mit ein. Daneben werden für die Kalkulation vor allem das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand des Versicherten herangezogen. Warum aber müssen gerade Frauen mehr bezahlen?

Risikokalkulation bestimmt Beiträge

Während die gesetzliche Krankenversicherung nach dem Solidaritätsprinzip funktioniert, baut die private Krankenversicherung auf eine Risikokalkulation auf. Das bedeutet, die Beiträge richten sich nach den durchschnittlichen Behandlungskosten, die für einen Versicherten der entsprechenden Altersgruppe, des Geschlechts und mit den jeweiligen Vorerkrankungen anfallen. Frauen sind meist gesundheitsbewusster als Männer. Das bedeutet zwar, dass bei ihnen etwa durch Voruntersuchungen Krankheiten häufig früher festgestellt werden, sie gehen aber auch meist im Durchschnitt häufiger zum Arzt. Zudem haben Frauen eine höhere Lebenserwartung. Da gerade im Alter die Gesundheitskosten steigen, bedeutet dies für die Krankenversicherung ein höheres Kostenrisiko.

Unisex-Tarife

In anderen Versicherungen, wie etwa der Kfz-Versicherung müssen Frauen hingegen meist weniger bezahlen, da sie im Durchschnitt weniger Unfälle verursachen. Der Europäische Gerichtshof hat jedoch in diesem Jahr festgestellt, dass beide Praktiken ein Geschlecht diskriminieren. Daher dürfen ab dem 21. Dezember 2012 nur noch sogenannte Unisex-Tarife angeboten werden. Das bedeutet bei keiner Versicherung dürfen einem Geschlecht höhere Beiträge in Rechnung gestellt werden, unabhängig von der Risikokalkulation. Die Versicherungsunternehmen reagieren bereits jetzt auf diese neue Regelung und stellen ihr Tarifangebot nach und nach auf Unisex-Tarife um. Jedoch fragen die Krankenversicherungen auf bei diesen Unisex-Tarifen nach Vorerkrankungen und Allergien. Altverträge sind davon jedoch vorerst nicht betroffen. Wichtig, nicht jeder Anbieter verfügt über gleiche Tarife für Frauen und Männer. Aus diesem Grund sollten Sie sich zuvor erkundigen, ob der gewünschte Anbieter diese anbietet. Darüber hinaus lohnt es sich, die Unisex-Tarife mit Tarifen für Frauen beziehungsweise Männern bei anderen Anbietern zu vergleichen. In manchen Fällen zahlen Versicherte für Unisex-Tarife ähnliche Beiträge wie für spezieller Tarife für Frauen und Männer.

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