Magnesiummangel – wenn der Körper aus dem Gleichgewicht gerät

By | 16. Juli 2017

Wadenkrämpfe, Kopfschmerzen oder Verspannungen im Rücken- oder Nackenbereich hat jeder schon einmal erlebt. Oft werden für diese körperlichen Beeinträchtigungen äußere Lebensumstände verantwortlich gemacht. Wenn sich über einen längeren Zeitraum signifikante Anzeichen im Körper bemerkbar machen, dann kann aber auch ein Magnesiumdefizit hinter den Beschwerden stecken.

Mehr als nur ein chemisches Element

Im Periodensystem wird das Leichtmetall Magnesium mit dem Symbol Mg gekennzeichnet und in die Gruppe der Erdalkalimetalle eingeordnet. Das Element kommt unter anderem in den Blättern der Pflanzen sowie in unzähligen Mineralien vor. Für den Menschen ist der Mineralstoff geradezu essenziell, also lebensnotwendig. Er wird über den Darm aufgenommen und über die Niere wieder ausgeschieden. Unser Organismus ist nicht in der Lage, diesen wichtigen Nährstoff selbst zu produzieren oder gar dauerhaft zu speichern, deshalb muss er in ausreichender Menge zugeführt werden. Für einen gesunden Erwachsenen wird eine tägliche Zufuhr von bis zu 400 mg empfohlen. Im menschlichen Körper ist Magnesium an ganz unterschiedlichen Stoffwechselprozessen beteiligt und gleichzeitig auch der Gegenspieler von Calcium.

Liegt ein Magnesiummangel vor, dann werden unter anderem

  • Muskeln und Nervenzellen in ihrer Erregbarkeit eingeschränkt,
  • die Festigkeiten der Zähne und Knochen vermindert,
  • Stoffwechselprozesse beeinträchtigt.

Weiterhin werden die Arbeit des Herzens sowie der Aufbau der DNA gestört. Ohne ausreichend Magnesium fühlen wir uns ohne jegliche Energie, denn er ist auch für die Freisetzung von Botenstoffen und wichtigen Hormonen zuständig, die das Wohlbefinden direkt beeinflussen. Doch auch völlig unspezifischen Symptomen kann ein Magnesiummangel zugrunde liegen. Dazu gehören:

  • Übelkeit,
  • Müdigkeit,
  • Erschöpfung,
  • Unruhe,
  • Erbrechen,
  • Durchfall,
  • Schwindel,
  • depressive Verstimmungen,
  • Kopf- oder Bauchschmerzen.

Ein Magnesiummangel kann bereits im Säuglings- oder Kleinkindalter auftreten und geht meist mit einer erhöhten Infektanfälligkeit sowie einer vermehrten Neigung zu Krampfanfällen einher.

Wie entsteht ein Magnesiummangel?

MagnesiummangelSo vielfältig wie die Wirkungsweise von Magnesium ist, so unterschiedlich sind auch die Gründe, die zu einem Mangel führen können. Stress ist ein Auslöser, der oftmals gar nicht so sehr Beachtung findet. Allerdings sorgt ein erhöhter Stresspegel zur vermehrten Ausschüttung des Stresshormones Adrenalin. Der innere Druck lässt den Blutdruck nach oben schnellen, das Herz rast und pumpt, schlägt viel zu schnell. Der Zustand der Entspannung setzt nicht ein. Ein Teufelskreis, der sich durch ausreichend Magnesiumzufuhr durchbrechen lässt.

Auch die Ernährung spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle beim Thema Magnesiummangel. Vitalstoffarme und zuckerreiche Produkte füllen den Speicher nicht genügend auf. Gleichzeitig sind heutzutage viele Pflanzen durch überdüngte Böden vorgeschädigt, so dass sie kaum noch Mineralstoffe enthalten. Eine kalziumreiche Ernährung wiederum sorgt für eine vermehrte Ausscheidung an Magnesium. Da beide Stoffe Gegenspieler sind, muss bei einem erhöhten Kalziumspiegel stets auch Magnesium zugeführt werden. Begünstigt wird ein Magnesiummangel durch die Einnahme diverser Medikamente oder Vorerkrankungen. Entwässerungstabletten oder Abführmittel jeglicher Art schwemmen Magnesium aus. Zudem ist die Aufnahme des Mineralstoffes bei Darmentzündungen gestört. Das Augenmerk sollte auch auf der Nebenschilddrüse liegen. Bildet diese nämlich nicht mehr ausreichend Parathormon, dann werden vermehrt Mineralstoffe über den Urin ausgeschieden.

Bestimmte Lebensumstände können das Nährstoffverhalten im Körper beeinflussen. So haben schwer arbeitende Menschen oder Sportler einen höheren Bedarf an Magnesium als Büroangestellte. Ähnliches gilt für ältere Menschen, Schwangere oder Mütter in der Stillzeit. Leider begünstigt auch Alkohol die Magnesiumausscheidung – ab und an Verzicht zu üben, ist deshalb sehr viel gesünder. Bereits 0,5 Promille führen zu einer Entwässerung der Nieren. Hingegen liegt eine erbliche Veranlagung von Magnesiummangel nur etwa bei 1 Prozent der Bevölkerung vor.

Magnesiummangel – Den Dingen auf den Grund gehen

Besteht der Verdacht auf einen Magnesiummangel, dann lässt sich die Konzentration des Mineralstoffes im Blut oder im Urin messen. Relevant ist die Handhabung vor allem bei körperlichen Auffälligkeiten wie

  • Herzrhythmusstörungen,
  • Muskelzuckungen,
  • Krämpfe,
  • Nierenschwäche.

Langanhaltende Therapien mit harntreibenden Medikamenten oder eine parenterale Ernährung über Infusionen sowie eine Hypokalzämie müssen stets von einem Arzt begleitet werden. Befindet sich krankheitsbedingt zu wenig Magnesium im Blut, kann der Mangel durch Tabletten oder Pulver ausgeglichen werden. Dieser Vorgang darf nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, um eine Überdosierung zu vermeiden. Lassen sich Vorerkrankungen ausschließen, dann sollten die Präparate auf eine kleine Tagesdosis beschränkt werden. Tagtäglich darf dann eine Steigerung erfolgen, bis die empfohlene Zufuhrmenge erreicht ist. Die Substitution muss mindestens bis zu einem Zeitraum von ca. 6 Wochen fortgeführt werden. Bei der Auswahl der Präparate stehen die eigenen Bedürfnisse im Vordergrund. Die Darreichungsformen gehen von Pulver, Ölen bis hin zu Tabletten. Viele Betroffene werden oft in der Nacht von quälenden Wadenkrämpfen überrascht. Der Grund hierfür ist in den tageszeitlichen Schwankungen des Magnesiumspiegels zu sehen. Da der Körper tagsüber höheren Belastungen ausgesetzt ist und sich in der Nacht regeneriert, ist auch der Magnesiumspiegel in der Nacht am niedrigsten. Die Symptome bessern sich nach der Einnahme von Magnesium in einem Zeitraum von 4 bis 6 Wochen. Hier ist Geduld gefragt, keinesfalls sollte die Behandlung vorzeitig abgebrochen werden.

Eine optimale Ernährung bringt neue Energie

Betroffene, die unter einem Magnesiumdefizit leiden, fühlen sich oft ausgepowert und erschöpft. Eine ausgewogene Ernährung füllt die leeren Mineralstoffdepots wieder auf und schafft eine optimale Grundlage für die Regeneration. Zu den Lebensmitteln, die den Körper mit ausreichend Magnesium und Vitalstoffen versorgen gehören zum Beispiel: Bananen, Nüsse oder auch bittere, dunkle Schokolade, Haferflocken, Hülsenfrüchte, Naturreis, Obst, Fisch, Gemüse wie Blumenkohl, Porree, Kohlrabi, Kartoffeln und natürlich auch jede Menge Vollkornprodukte. Kürbis- oder Sonnenblumenkerne keinesfalls wegwerfen, denn sie sind ein gesunder Knabberspaß und hervorragender Magnesiumlieferant.

Magnesium Mangel Schaubild
(Quelle: Magnesiummangel.net)

Auch die Natur leistet gute Dienste in punkto Mineralstoffe. Wildkräuter wie Brennnessel oder Gänsefuß lassen sich zu leckeren Smoothies verarbeiten und füllen den Magnesiumvorrat auf. Ähnliches gilt für das Kochwasser von Gemüse, es enthält alle Mineralstoffe, die der Körper benötigt und ist viel zu schade zum Wegschütten. Ein Verzicht auf raffiniertes Speisesalz und Weißmehlprodukte ist allerdings angebracht.

Vorbeugen ist besser als heilen

Damit ein Magnesiummangel gar nicht erst zustande kommt, heißt es sich und dem eigenen Körper täglich etwas Gutes zu tun. Zur Unterstützung und Auffüllung der Depots leisten neben magnesiumhaltigen Lebensmitteln auch Magnesium-Präparate gute Arbeit. Sportler sollten darauf achten, ihren Körper langsam an Höchstleistungen heranzuführen und Mineralverluste durch stetiges Trinken wieder wettzumachen. Auch das tägliche Trinkverhalten sollte einer kritischen Prüfung unterzogen werden. Gute Heil- oder Mineralwasser sind ideale Durstlöscher und zudem noch mineralstoffreich und gesund. Der Magnesiumwert ist auf den Wasserflaschen vermerkt, so kann man aus der großen Vielfalt, das passende Trinkwasser für seinen eigenen Mineralstoffhaushalt finden. Wer sich optimal ernährt und trotzdem einen Mineralstoffmangel vermutet, der sollte unbedingt einen Arzt zurate ziehen. Durch ein informelles Gespräch sowie Untersuchungen lassen sich eventuelle Krankheiten, wie Magen-Darm-Erkrankungen oder Schädigungen der Niere, ausschließen.

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