Botox – Wirkung und Anwendungsmöglichkeiten

By | 17. Oktober 2018
Botox-Wirkung-Anwendung

Falten lassen das Gesicht älter erscheinen und trüben das ästhetische Gesamtbild. Die Ursachen von Faltenbildung sind unterschiedlich, angefangen von genetischer Disposition bis hin zu einem ungesunden Lebensstil. Im Laufe des Lebens verliert unsere Haut zunehmend an Elastizität, was sich ebenfalls auf die Bildung von Falten auswirkt. Die plastische und ästhetische Chirurgie hält viele Methoden zur modernen, effektiven Faltenbehandlung bereit.

Botox, auch unter dem Namen Botulinumtoxin bekannt, ist ein bewährtes Antifaltenmittel in der plastischen und ästhetischen Chirurgie. Ein entscheidender Vorteil ist, dass es sich um eine minimal-invasive Therapieform handelt, die nur wenig Zeit in Anspruch nimmt.

Worum handelt es sich bei Botox?

Botulinumtoxin ist ein sogenanntes Neurotoxin, also ein Nervengift. Der Stoff wird von bestimmten Bakterienstämmen gebildet und nicht nur im Bereich der plastischen und ästhetischen Chirurgie eingesetzt. Es findet auch Anwendung in der Neurologie, etwa zur Behandlung von Schielen. Auch im Rahmen der Migränetherapie wird Botulinumtoxin eingesetzt.

Botox war in früheren Jahren noch als Wurstgift bekannt, da es sich in verdorbenen Wurstkonserven bildete. Vor mehr als 30 Jahren wurde es dann für den Einsatz in der plastischen und ästhetischen Chirurgie entdeckt. Seit dem Jahre 1982 ist es ein bewährtes Antifaltenmittel.

Wie wird Botox hergestellt?

Es gibt mehrere Typen von Botox, unterteilt in die Klassen A, B, F und G. In der Schönheitschirurgie wird ausschließlich Botulinumtoxin des Typs A verwendet.

Der Wirkstoff Botox wird im Labor hergestellt, und zwar aus den angelegten Bakterienkulturen von Clostridium botulinum. Bei der Herstellung von Botox wird gezielt auf die extreme Vermehrung der Bakterienstämme hingearbeitet. In mehreren Schritten wird Botulinumtoxin dann aus den Kulturen gewonnen und ist bereit für den Einsatz im Rahmen der Faltenbehandlung. Gerade in Deutschland und Europa gelten strenge Sicherheitsregeln für die Herstellung von Botox. So handelt es sich um einen sicheren Wirkstoff zur effektiven Behandlung von Falten.

Wie ist die Wirkungsweise von Botox?

Es hemmt die Impulsübertragung zwischen Nerven und Muskeln. So kommt es zu einer Lähmung der Gesichtsmuskeln, die für einen bestimmten Zeitraum anhält. Die Folge ist, dass sich durch die ausbleibende Bewegung der Muskeln Ihr Gesicht entspannt. Dies sorgt dafür, dass vorhandene Falten deutlich sichtbar gemildert werden. Und gleichzeitig wird der Entstehung von neuen Falten vorgebeugt.

Die Wirkung von Botulinumtoxin ist erst nach einigen Tagen sichtbar. Die Impulsübertragung vom Nerv zum Muskel wird sofort gestoppt. Es dauert aber einige Zeit, bis die Muskeln sich sichtbar entspannen. Direkt nach der Faltenbehandlung mit Botox fühlt sich die Haut aber schon viel entspannter und weicher an.

Etwa 6 bis 9 Monate nach der Behandlung mit Botox lässt der Effekt nach. Natürlich ist die Wirkungsdauer individuell abhängig vom jeweiligen Hauttyp. Ist das Resultat nicht mehr zufriedenstellend, so kann die Behandlung erneut durchgeführt werden. Manchmal kann es auch sein, dass die Wirkung einer Behandlung schon nach 3 Monaten nachlässt. Jeder Hauttyp ist eben in seinen Eigenschaften individuell verschieden. Außerdem ist die Wirkungsdauer meist länger, wenn es sich nicht um eine Erstbehandlung sondern um eine Wiederholung der Behandlung handelt.

Wofür kann Botox angewendet werden

Botulinumtoxin kommt im Rahmen der Faltenbehandlung sehr häufig zum Einsatz. So ist es ideal, um folgende Falten effektiv zu mildern oder in deren Entstehung zu stoppen:

  • Stirnfalten und Zornesfalten
  • Krähenfüße und Falten im seitlichen Augenbereich
  • Nasenfalten
  • Falten im Mundbereich

Auch die Augenbrauen können durch den Einsatz von Botox gezielt angehoben.

Neben dem Einsatz in der plastischen und ästhetischen Chirurgie findet Botox auch in anderen, medizinischen Gebieten Verwendung. So spielt der Wirkstoff bei der Behandlung von verschiedenen, neurologischen Störungen eine wichtige Rolle. Dies gilt besonders bei muskulären Problemen, wie etwa:

  • Krämpfe im Bereich der Augenlider oder Stimmbänder
  • Schiefhals
  • Krämpfe im Bereich von Mund und Zunge
  • Fissuren im Analbereich

Auch bei übermäßigem Schwitzen, einer sogenannten Hyperhidrose, hilft eine Botox Behandlung. Durch die gezielte Injektion des Wirkstoffs wird die Produktion der Schweißdrüsen gestoppt. An weiteren Anwendungsmöglichkeiten, etwa im Rahmen der Therapie von Blasenschwäche, wird geforscht.

Wer darf Botox spritzen?

Prinzipiell ist es jedem Arzt erlaubt, Botulinumtoxin zu spritzen. Allerdings ist es besser, sich für eine Faltenbehandlung mit Botox an einen Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie zu wenden. Dieser verfügt über die entsprechende fachliche Ausbildung, was das Risiko von unerwünschten Begleiterscheinungen und Risiken deutlich senken kann.

Eine Faltenbehandlung mit Botox erfordert umfassende, medizinische Kenntnisse seitens des behandelnden Arztes. So ist es essenziell, den Verlauf der Nervenbahnen und Muskeln im Gesicht genau zu kennen. Eine falsch platzierte Spritze kann bedeuten, dass es zu einem starren Gesichtsausdruck oder gar zu deformierten Stellen kommt.

Wie lange dauert das Botox spritzen?

Das Spritzen von Botox dauert zwischen 15 und 30 Minuten. Für die Injektion selber werden sehr feine, äußerst dünne Nadeln verwendet. So entstehen keine oder nur sehr geringe Schmerzen beim Injizieren.

Nach einer Faltenbehandlung mit Botulinumtoxin kann es vorübergehend zu Schwellungen oder kleinen Blutergüssen im behandelten Bereich kommen. Direkt nach der Botox-Injektion werden die Einstichstellen für einen kurzen Zeitraum gekühlt, was das Risiko für Schwellungen erheblich mindert.

Bildquelle: https://pixabay.com/de/modell-gesicht-sch%C3%B6ne-2303361/

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